Großkaliber

Große Löcher
In Teil 3 der Waffenkunde geht es nun um das Großkaliber. Wofür denn noch eine dritte Waffengattung mag sich der Laie fragen. 
„Das macht einfach die Vielfalt des Sportschießens aus. Vielleicht kann man das Schießen mit dem Autofahren vergleichen. Nach Erhalt seines Führerscheins fährt man einen Opel Corsa. Aber es dürfte für die meisten ausgesprochen reizvoll sein, irgendwann einmal einen F400 oder einen Porsche Carrera zu steuern. Haltung, Kraft, die gesamte Anspannung ist etwas komplett Anderes“, beschreibt Nachwuchstrainerin Uschi Kroh und betont, wie anspruchsvoll das größere Kaliber ist. Erst, wenn der Anfänger sicher im Umgang mit den verschiedenen Waffenarten (Luftdruck und Kleinkaliber) ist, die verschiedenen Disziplinen und Sicherheitsregeln gelernt hat, kann ein Einstieg in das Schießen mit großen Kalibern erfolgen. Der Schütze muss den Bewegungsablauf Halten, Zielen und Abziehen mit dem Kleinkaliber verinnerlicht haben und auch eine gewisse Leistung erbringen. Kurzum, man würde kaum einen Fahranfänger hinter das Steuer eines Ferraris setzen.
„Nur wer die Technik des Schießens schon perfekt beherrscht, wird auch mit dem Großkaliber gute Ergebnisse erzielen“, weiß Abteilungsleiter Walter Kroh, der zu den erfolgreichsten Großkaliberschützen in Reihen des SV Bayer zählt.  
 
Die Kurzwaffen des Großkalibers
Der Revolver ist eine mehrschüssige Faustfeuerwaffe, bei der die Munition in einzelnen Kammern in einer drehbare Trommel geladen wird. Sechs Schuss fasst die Trommel. Klassische Revolverkaliber sind die Kaliber .38, .357 Magnum und .44 Magnum, die allesamt beim SV Bayer geschossen werden.
Die Pistole ist ein Selbstladegerät. Das Magazin wird extra geladen, je nach Disziplin meistens mit fünf Schuss. Die Kaliber 9 mm Para und .45 ACP sind die meistgeschossenen Kaliber beim SV Bayer. 
 
Sicherheit
Beim Großkaliberschießen mit Revolver oder Pistole sind Gehörschutz und Schutzbrille Pflicht. Der Verein stellt im Übrigen entsprechende Waffen zur Verfügung. Die Technik der Kurzwaffen im Klein- und Großkaliber unterscheidet sich nicht wesentlich. Natürlich ist das Material dem großen Kaliber angepasst: Rahmen, Verschluss und Lauf sind stärker. Denn der Unterschied ist die Munition, die beim Großkaliber einen größeren Hülsendurchmesser als beim Kleinkaliber hat.  
 
Die Disziplinen
Durch die verschiedenen Waffenausstattungen und die verschiedenen Munitionskaliber entsteht eine Vielfalt von Disziplinen. Die Disziplinen „Großkaliberpistole“ und „Großkaliberrevolver“ werden vom Deutschen Schützenbund ausgeschrieben. Es sind vier Disziplinen, die sich in der Kaliber und Waffenart unterscheiden und die beidhändig geschossen werden: Großkaliberpistole 9mm, Großkaliberpistole .45 ACP, Großkaliberrevolver .357 Magnum und Großkaliberrevolver .44 Magnum. Die Schützen des SV Bayer Wuppertal sind regelmäßig bei den Kreis- und Bezirksmeisterschaften dabei. Beide Meisterschaften werden auf der heimischen Anlage auf Aprath ausgetragen. 
Die Wertung sieht wie folgt aus: 4 x 5 Schuss in Serien je 150 Sekunden und 4 x 5 Schuss in Serien je 20 Sekunden. Macht zusammen 40 Schuss, d. h. eine maximale Ringzahl von 400 kann erreicht werden. Bester Schütze ist Walter Kroh, der auf jahrelange Erfahrung zurückblicken kann. 1995 und 1996 war er Deutscher Meister in der Disziplin Großkaliberrevolver .44 Magnum. 
Besonders beliebt sind die Disziplinen des Bund Deutscher Sportschützen (BDS). Zum Beispiel die Disziplin Fallscheibe, die beidhändig geschossen wird: Fünf Fallscheiben müssen getroffen werden. Sechs Durchgänge werden geschossen und die Zeit eines jeden Durchganges wird genommen. Alle sechs Durchgänge werden dann addiert. In der Summe gewinnt der Schnellste. 
Munition und Einschusslöcher im maßstabsgetreuen Vergleich: das Diabolo mit 4,5 mm Durchmesser, das Kleinkaliber mit 5,6 mm und das Großkaliber mit 9 mm.
 
Die Munition
Die Munition ist ein Kostenfaktor. Viele SV Bayer-Schützen laden die Munition selbst, sie sind „Wiederlader“. Nach einer Ausbildung ist man in der Lage, die Muniton selbst wieder zu laden. Dazu benötigt man Zündhütchen, Hülse, Pulver und Geschoss. Mit einer Wiederladeeinrichtung einer Wiederladepresse kann man dieses Zubehör wieder zusammensetzen. „Der Reiz daran ist, dass man für seine Waffe seine ganz spezielle Munition anfertigen kann, die „weicher“ als Fabrikmunition ist. Vor allen kann die selbstgefertigte Munition genauer sein als Fabrikmunition“, erklärt Uschi Kroh. 
 

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